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Rede von Abt Benedikt Lindemann OSB
zur Verleihung des Mount Zion Awards 2005

Eminenz, sehr geehrter, lieber Herr Kardinal Kasper, Excellenzen, lieber Rabbi David Rosen, meine sehr verehrten Damen und Herren,

Herzlich heiße ich Sie willkommen zur Verleihung des diesjährigen Mt. Zion Awards. Alle zwei Jahre wird dieser Preis an Persönlichkeiten oder Institutionen verliehen, "die sich, entweder im christlich-jüdischen Themenkreis durch Vorurteilsüberwindung oder im Trialog der drei Abrahamsreligionen, Judentum, Christentum und Islam, Verdienste erworben haben." Weiter heißt es in der Stiftungssatzung: "Diese Verdienste sollen bedeutsam, überregional und zur Nachahmung durch andere initiativ sein. Weniger die nachträgliche Auszeichnung eines vollbrachten Lebenswerkes des Preisträgers, als vielmehr sein Mut, auch gegen Widerstände und Vorurteile anderer seinen Erkenntnissen gefolgt zu sein (...), sind bedeutsam. Der Preis soll also weniger eine Dekoration als vielmehr eine Initiative sein, auf dem eingeschlagenen Wege fortzufahren."

1986 wurde die Mt. Zion Foundation von Pfr. Wilhelm Salberg gegründet. Als Sohn jüdisch-christlicher Eltern erlebte er in Nazideutschland das unbeschreibliche Unrecht, das aus menschlicher Verblendung, aus Hass und Fanatismus entsteht. Elf in Auschwitz ermordete Angehörige von Wilhelm Salberg sind in Yad Vashem dokumentiert. Seine schmerzhafte Lebenserfahrung waren die Wurzeln für seinen unerschrockenen Einsatz für Verständigung und Versöhnung. Pfr. Salbergs Lebensziel war die Versöhnung zwischen Juden und Christen. Am 5. Juli dieses Jahres wäre Pfr. Wilhelm Salberg 80 Jahre alt geworden. Vielen Menschen bleibt der temperamentvolle und engagierte Priester in lebendiger Erinnerung. Möge er ruhen in Frieden.

Normalerweise findet die Verleihung des Mt. Zion Awards an einem 28. Oktober statt, an dem Tag der Veröffentlichung des Dokumentes "Nostra Aetate" auf dem zweiten vatikanischen Konzil im Jahre 1965. Diese wichtige Schrift beinhaltet die Beziehung der katholischen Kirche zu den nichtchristlichen Religionen. Der vierzigste Jahrestag von Nostra Aetate war uns von der Mt. Zion Foundation ein Anlass, den diesjährigen Preisträger aus einer großen Reihe von Vorschlägen auszusuchen. Ich bin sicher, der Stifter des Preises würde mit großer Freude die Nominierung von Dir, lieber Rabbi David Rosen, unterstützen.

Leider kann Frau Prof. Verena Lenzen, Leiterin des Instituts für Jüdisch-Christliche Forschung in Luzern, heute nicht unter uns sein. Zur gleichen Zeit nämlich wird Prof. Dr. Ernst Ludwig Ehrlich die Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät der Universität Luzern verliehen.

Lieber David, ich freue mich sehr, Dir heute im Namen der Mt. Zion Foundation hier in der Sionsabtei der Benediktiner in Jerusalem, den Mt. Zion Award verleihen zu dürfen. Im Namen der Abtei, aber auch sicher im Namen aller Anwesenden, gratuliere ich Dir zu der besonderen Auszeichnung, die Dir vom Hl. Stuhl verliehen worden ist, nämlich "the Knighthood of the Order St. Gregory the Great".

Es ist uns eine besondere Ehre, dass seine Eminenz, Walter Kardinal Kasper, Sekretär des "Pontifical Council for Promoting Christian Unity & Commission for Religious Relations with the Jews, Rome", die Laudatio halten wird. Es ist dies ein Zeichen eines positiven Klimas im jüdisch-christlichen Dialog. Ich danke Ihnen, lieber Herr Kardinal Kasper für Ihr Kommen und für diese wichtige Geste hier in Jerusalem, der Heiligen Stadt der drei monotheistischen Weltreligionen. An dieser Stelle danke ich allen...(es folgen Danksagungen).

Meine Damen und Herren, ich wünsche uns allen eine gesegnete und festliche Feier und lade Sie schon jetzt nach der Verleihung des Preises hier in der Basilika herzlich zu einem Empfang im Diwan und in der Cafeteria der Abtei ein. Herzlichen Dank!


In englischer Sprache

Laudatio für Rabbi David Rosen von Walter Kardinal Kasper (in englischer Sprache)