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Friedensgebet der Dormitio
In unseren gemeinschaftlichen Gebetszeiten bitten wir täglich um den Frieden. Wir laden Sie ein, mit uns für Frieden und Verständigung zu beten.
Sonntag
Schenke, o Gott, Deiner heiligen Stadt Jerusalem und der ganzen Welt Deinen Frieden!
Verankere ihn in den Herzen aller Menschen, denn Dein göttlicher Friede ist der Friede, den die Welt nicht geben kann.
Dein Frieden befreit alle, die in den Netzen der körperlichen oder psychischen Gewalt als Täter oder Opfer gefangen sind.
Hilflos sehen wir die vielen Formen der Gewalt und des Unrechts - von der großen Politik bis hin zum alltäglichen Miteinander.
Schaffe, o Gott, unseren großen und kleinen Grenzen Frieden! Erfülle die Mächtigen mit Deinem Geist der Liebe! Hilf auch uns, an Deinem Reich des Friedens mitzuwirken, indem wir erkennen und tun, was in unserer Umgebung den Menschen und der Schöpfung zum Frieden und Wohlergehen dient!
Darum bitten wir Dich, Du Gott der Liebe und Treue!
Wir loben Dich und danken Dir in Ewigkeit. Amen.
Montag
Herr, mache mich zum Werkzeug Deines Friedens:
Daß ich Liebe bringe, wo man sich hasst.
Daß ich Versöhnung bringe, wo man sich kränkt.
Daß ich Einigkeit bringe, wo Zwietracht herrscht.
Daß ich Glauben bringe, wo Zweifel quält.
Daß ich Wahrheit bringe, wo Irrtum herrscht.
Daß ich Hoffnung bringe, wo Verzweiflung droht.
Daß ich Freude bringe, wo Traurigkeit ist.
Daß ich das Licht bringe, wo Finsternis waltet.
O Meister,
hilf mir, daß ich nicht danach verlange,
getröstet zu werden, sondern zu trösten;
verstanden zu werden, sondern zu verstehen;
geliebt zu werden, sondern zu lieben.
Denn wer gibt, der empfängt,
wer verzeiht, dem wird verziehen,
wer stirbt, der wird geboren zum Ewigen Leben.
Amen.
Souvenir Normand 1912 (auch dem hl. Franz von Assisi zugeschrieben)
Dienstag
Zum Schöpfer von Natur und Mensch,
von Wahrheit und Schönheit bete ich:
Höre meine Stimme,
denn es ist die Stimme aller Kinder,
die leiden und leiden werden,
wenn Menschen ihr Vertrauen auf Waffen und Krieg setzen!
Höre meine Stimme, wenn ich dich bitte,
den Herzen aller Menschen die Weisheit des Friedens,
die Kraft der Gerechtigkeit
und die Freude der Gemeinschaft einzuflößen!
Höre meine Stimme,
denn ich spreche für die vielen in jedem Land
und in jeder Epoche der Geschichte,
die den Krieg nicht wollen
und bereit sind, den Weg des Friedens zu gehen!
Höre meine Stimme und gewähre Einsicht und Kraft,
auf daß wir immer auf Haß mit Liebe,
auf Ungerechtigkeit mit völliger Hingabe an die Gerechtigkeit,
auf Not mit dem Teilen des Eigenen,
auf Krieg mit Frieden antworten!
O Gott, höre meine Stimme
und gewähre der Welt deinen immerwährenden Frieden!
Papst Johannes Paul II. vor dem Friedensdenkmal in Hiroshima
am 25. Februar 1981
Mittwoch
Laßt uns im Frieden den Herrn bitten:
Herr, erbarme dich!
Um den himmlischen Frieden
und das Heil unserer Seelen
laßt uns den Herrn bitten!
Um den Frieden der ganzen Welt,
um die Wohlfahrt der heiligen Kirche Gottes
und um die Einheit aller
laßt uns den Herrn bitten!
Um günstiges Wetter,
um gutes Gedeihen der Früchte der Erde
und um friedliche Zeiten
laßt uns den Herrn bitten!
Für die Reisenden auf dem Meer und auf dem Land,
für die Kranken und Leidenden,
für die Gefangenen und um ihre Befreiung
laßt uns den Herrn bitten!
Daß er uns vor aller Trübsal, Zornmütigkeit,
Gefahr und Not bewahren wolle,
laßt uns den Herrn bitten!
Schenke uns Hilfe und Rettung,
Erbarmen und Schutz,
o Gott, in deiner Güte.
Amen.
Friedensektenie aus der Chrysostomus-Liturgie
Donnerstag
Der Friede sei mit euch!
In Gottes Namen will ich beginnen:
Mein Herr, wir bitten nicht um das,
was Du uns nicht geben kannst.
Gib uns Gelassenheit in einer Zeit,
in der Gewalt und Feindseligkeit regieren.
Gib uns den Frieden, der Du selbst bist,
von dem allein der Friede kommen kann.
Wir bitten um Vergebung,
dass wir uns um Tempel und Kriege bemüht,
aber unsere Menschenbrüder und -schwestern vergessen haben,
und dafür, dass wir Unterschiede machen
zwischen Blut und Blut.
Herr, du bist allmächtig, wo wir ohnmächtig sind.
So lösche die Flammen des Hasses in den Herzen!
Auch wenn unsere Stimmen schwach sind,
lass unsere Gefühle nicht absterben!
Wir haben keinen anderen Hafen,
in den wir fliehen können, als Dich allein.
Herr, reihe uns bei jenen ein, die die Geduld leitet,
die Wahrheit und die Gerechtigkeit!
Und behüte, o Herr, dieses Land!
Ja, Herr, behüte dieses Land!
Gebet des muslimischen Lehrers Yahya Hijazi, Jerusalem,
bei einem Gebetstreffen am 26. April 2002 in St. Anna, Jerusalem

Freitag
Gott, Quelle des Friedens,
sei mit denjenigen,
die die Geschicke der Welt lenken,
damit Stolz und Prahlerei ein Ende nehmen
und die Herrschaft der Arroganz
aus unserer Welt verschwindet.
Gib ihnen den Mut, die Wahrheit zu sagen,
und die Demut, anderen zuhören zu können.
Hilf uns allen,
daß uns das Wohl unserer Mitmenschen wichtiger ist
als unsere eigenen ehrgeizigen Ziele.
Hilf uns,
daß uns mehr an der Wahrheit liegt,
auch wenn sie uns schadet,
als an der Lüge, die uns nützt.
Dadurch können wir aufrecht stehen,
frei und unbelastet von Furcht und Verdächtigungen
und bereit, einander zu vertrauen.
Hilf jedem von uns,
den eigenen Beitrag zur Verständigung
und das eigene Opfer für den Frieden zu geben,
damit wir in Frieden mit uns selbst
und in Frieden mit unseren Mitmenschen leben.
Dann können wir in Gelassenheit beginnen,
dein Reich in dieser Welt zu bauen,
bis die Erde erfüllt ist von der Erkenntnis Gottes,
wie das Meer mit Wasser gefüllt ist.
Amen.
Aus: Sefer haTefilot, Das jüdische Gebetbuch, Gütersloh 1997

Samstag
Führe mich vom Tod zum Leben,
Aus der Falschheit in die Wahrheit.
Führe mich aus der Verzweiflung zur Hoffnung,
aus der Furcht zum Vertrauen.
Führe mich vom Hass zur Liebe,
vom Krieg zum Frieden.
Lass Friede unser Herz erfüllen,
unsere Welt,
unser Universum...
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