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Benediktinisches Leben
Mönchtum und Klosterleben ist für viele Menschen heute etwas Fremdes, Unverständliches, vielleicht sogar etwas Exotisches und Anachronistisches. Andererseits gibt es heute auch wieder ein großes Interesse für Klöster und das klösterliche Leben. Warum leben Mönche "anders"?
In Gemeinschaft Gott suchen
"In Gemeinschaft Gott suchen" - das kann eine Kurzformel sein für das, was benediktinisches Leben ausmacht: jeder einzelne Mönch wählt diese Lebensform, weil seine Sehnsucht ihn treibt, Gott zu suchen, in die Beziehung mit ihm immer tiefer hineinzuwachsen. Die Suche nach Gott an die erste Stelle des Lebens zu setzen heißt aber nicht, Leben und Welt deshalb zu verachten und abzuwerten, sondern bedeutet zugleich, nach erfülltem Leben für sich selbst und andere zu suchen.
Den Weg der Suche in Gemeinschaft zu gehen, heißt einander gegenseitig zu unterstützen und mitzutragen mit den Begabungen, Fähigkeiten und Kräften, die den Einzelnen gegeben sind.
Das Leben ist geprägt vom gemeinschaftlichen Gebet und Gottesdienst, geistlicher Lesung, Meditation und persönlichem Gebet und der Arbeit, durch die jeder nach seinen Möglichkeiten zu den täglichen Bedürfnissen und zum Lebensunterhalt der Gemeinschaft beiträgt.
Die benediktinische Gemeinschaft genügt sich nicht selbst, sondern wirkt auch nach außen und öffnet sich, vor allem in der Gastfreundschaft, für andere Menschen.
Benediktinisches Leben auf dem Zion und in Tabgha
Zentrum des geistigen Lebens unserer Gemeinschaft und tragendes Element jeden Tages sind das Chorgebet und die Eucharistiefeier. Hier im Heiligen Land beten wir besonders für die Einheit der Christen und den Frieden und die Verständigung der Völker im Nahen Osten. Wir bereichern unser Gebet mit Elementen aus dem Gebetsschatz anderer christlicher Kirchen und, soweit möglich, des Judentums und des Islams.
In den Werkstätten unserer Brüder entstehen Ikonen und kunstvoll
verzierte Kerzen sowie mehrere Sorten Weihrauch.
Wir engagieren uns im Gespräch der monotheistischen Religionen, besonders im jüdisch-christlichen Dialog, und fördern die Begegnung zwischen Deutschen, Israelis und Palästinensern.
Um weitere Möglichkeiten zu Begegnung und Gespräch zwischen Israelis und Palästinensern zu schaffen, planen wir zur Zeit die Einrichtung der Friedensakademie "Beit Benedikt", deren Seminare und Konferenzen zu Verständigung und Versöhnung beitragen sollen.
Der "Mount Sion Award" wird alle zwei Jahre in der Dormitio-Kirche an Personen verliehen, die sich im Gespräch zwischen Christen, Juden und Muslimen verdient gemacht haben.
Dem Ziel der Verständigung dienen auch unsere Konzerte, insbesondere unsere Orgelkonzerte, die in Zusammenarbeit mit christlichen, jüdischen und internationalen Organisationen in der Abteikirche stattfinden.
Wir bemühen uns, christliche Familien, Gemeinden und soziale Einrichtungen im Heiligen Land durch spirituelle, organisatorische und finanzielle Hilfe zu unterstützen.
In unserer Jugend- und Behindertenbegegnungsstätte in Tabgha können Gruppen von Kindern, Jugendlichen, Behinderten und Senioren aus sozialen Einrichtungen im Land ihre Ferienlager durchführen.
Wir sind Träger eines Theologischen Studienjahres, an dem jährlich etwa 20 deutschsprachige katholische und evangelische Studierende teilnehmen.
Wir engagieren uns durch wissenschaftlichen und spirituellen Austausch mit den Kirchen Jerusalems für die Einheit der Christen, eine Einheit in Vielfalt nach dem Grundsatz: "Einheit in den notwendigen Dingen, Freiheit in den anderen und in allem die Liebe". Ein Beispiel für diese Arbeit ist der Kirchentag, der alljährlich zusammen mit der deutschen lutherischen Gemeinde der Erlöserkirche hier in Jerusalem veranstaltet wird.
Benediktinische Gastfreundschaft versuchen wir schließlich auch durch die Aufnahme von Gästen und unsere Dienste für die Pilger zu verwirklichen.
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