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20. Rundbrief - 11. Juli 2001 - Hl. Benedikt
Jugend- und Behindertenbegegnungsstätte Tabgha
Der Sommer ist in Tabgha eingezogen, und gerne berichten wir Ihnen über das vergangene halbe Jahr auf der Begegnungsstätte.
Nachdem im vergangenen Herbst die Übernachtungszahlen massiv zurückgegangen waren, hatten wir im neuen Jahr viele Gäste; im April und Mai waren wir mit unseren 70 Plätzen sogar nahezu ausgebucht. In den letzten Wochen gab es nun vermehrt Anfragen von Sozialeinrichtungen aus Ostjerusalem und der Westbank, die mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen nach Tabgha kommen wollten, doch bislang erhielten sie nicht die nötige Erlaubnis. An einer Familie, die bei Ramallah wohnt, jedoch im Besitz des Jerusalem-Ausweises ist, wurde die Tragik der Situation deutlich: Als bei ihrem Aufenthalt in Tabgha ein Hubschrauber zufällig die Begegnungsstätte überquerte, stürzten die Kinder in Panik in das Beit Benedikt. Mitarbeiter von Einrichtungen, die ihren Besuch absagen müssen, weinen fast am Telefon und erzählen, sie seien schon froh, wenn sie den Weg von ihrem Zuhause zur Arbeit schaffen würden.
In diesen Tagen und Wochen bewegt uns immer wieder von neuem die Frage: Was bringen unsere Gäste an Erfahrungen mit, was haben sie erlebt, mit welcher Hoffnung leben sie? Leider gibt es im Augenblick wenig Optimismus. Und trotzdem, allein die Tatsache, daß muslimisch arabische Gäste erzählen, in Tabgha könnten sie alle Vorurteile zurücklassen und einfach als Mensch unter Menschen sein - und das schließt israelische Gäste mit ein -, daß in Tabgha noch Seminare zwischen Juden und Arabern stattfinden können, daß ein alter palästinensischer Jordanier, der bis 1948 in Tabgha gearbeitet hatte, mit einer jungen Israelin aus Tel Aviv über seine Lebenserfahrungen diskutiert, gibt uns Hoffnung.
Neben den einheimischen Gästen waren mehrere deutsche Gruppen hier zu Gast, Volontäre, deren Eltern zu einem Besuch nach Israel gekommen sind oder auch weitgereiste Pilger, die zu Fuß oder, mit dem Fahrrad über den Landweg schon eine mehrmonatige Reise hinter sich gebracht hatten.
Versteckt hinter Büschen und Bäumen steht bei den Zelten das neue Dusch- und Toilettenhaus. Nach einer 3-monatigen Bauzeit konnte es mit der Zeltsaison in Betrieb genommen werden, und wir hoffen, daß es viele Jahre gute Dienste leisten wird.
Im Juli und August wird sich wieder ein Wechsel bei den Zivis vollziehen. Wer von Ihnen unsere Zivis Christian, Markus und Stephan kennenlernen durfte, wird sich bestimmt an die hervorragenden Desserts im Beit Magadan erinnern. Ab Herbst werden vier neue Zivis ihren sog. "Anderen Dienst" ableisten, und wir sind dankbar für ihr Engagement gerade in diesen schwierigen Zeiten.
Wir bedanken uns bei Ihnen für alle eingegangenen Spenden zum Neubau des Beit Noah! Im Herbst möchten wir damit beginnen; doch sind wir weiterhin auf Ihre Hilfe angewiesen. Auf dem Sonderkonto des Freundeskreises, Nr. 40 218 5555 bei der LIGA-Bank München, BLZ 750 903 00 ist jeder Betrag in Euro, DM oder Schekel willkommen!
Seien Sie herzlich gegrüßt mit den besten Wünschen aus Tabgha,
Karin und Meinrad Bauer
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