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21. Rundbrief - Januar 2002
Archäologie: Das Bad des Aussätzigen in Tabgha
Am Fuß des Berges der Seligpreisungen, am Uferstrand des Sees Genesareth, befindet sich die östlichste der Sieben Quellen des byzantinischen Heptapegon (Tabgha). In alter Zeit hatten die Christen aus der Gegend von Kapharnaum diese Quelle mit einer Ringmauer umgeben, weil sie glaubten, daß sich dort den Vorschriften gemäß der von Jesus geheilte Aussätzige gebadet habe. In muslimischen Zeiten wurde dem Aussätzigen der Name Jiob gegeben, so daß heute der Ort allgemein als Hamam Ayub (Bad des Jiob) bekannt ist.
In Vorbereitung auf den Papstbesuch im März 2000 hatte die israelische Regierung die Gegend um Kapharnaum und Tabgha durch Bau- und Restaurierungsarbeiten aufgewertet. Das Bad des Aussätzigen wurde mit einer Terrasse umgeben und durch Stufen zugänglich gemacht. Entlang der Hauptstraße führt dann ein befestigter und ausgestalteter Weg nach Kapharnaum. Damit ist es den Pilgern ermöglicht, den von Jesus oft besuchten Seestrand meditierend zu durchwandern. Dem Weg entlang passiert man den Hafen des Petrus. Eine Quelle, die man durch Bohrungen verstärkt hat, ergießt sich als Wasserfall in den Hafen, wo Jesus die ersten Jünger berufen haben soll (Mk 1, 16-20).
Matthäus erzählt, daß Jesus nach der Bergpredigt vom Berg herabstieg, als Ihm ein Aussätziger entgegenlief. Jesus heilte ihn und gab ihm den Auftrag, sich den Priestern zu zeigen, wie es den Vorschriften des Gesetzes entsprach (Mt 8,1-4). Zur Heilungsvorschrift gehörte auch das Reinigungsbad, das der Aussätzige der Tradition nach in dem schon genannten Hamam Ayub vorgenommen haben soll.
P. Bargil Pixner OSB
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