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23. Rundbrief - Februar 2003
Jugend- und Begegnungsstätte (1)
Auf eine letzte Tasse Tee... - Abschied von Tabgha
Es ist kalt geworden in Tabgha, es schüttet gerade aus allen Wolken, und für die Nacht haben sie in den Höhenlagen Schneefall angesagt. Ohne Heizung geht es nicht, und so wollen wir Ihnen gerne bei einer Tasse Tee, kurz vor dem Weihnachtsfest, aus den wärmeren Tagen der Begegnungsstätte erzählen.
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Auf Wiedersehen in Tabgha! |
Wie wir schon im letzten Rundbrief berichtet hatten, konnten wir in diesem Jahr nochmals einen ausgefüllten Tabgha-Sommer erleben. Die Begegnungsstätte war in den Ferienmonaten Juli und August fast völlig ausgebucht, und auch im September bis Anfang Oktober gab es noch viele Gäste. Nachdem sich die Situation im Lande im Frühjahr erheblich zugespitzt hatte, sind wir besonders dankbar, dass Tabgha wieder für viele Menschen eine zeitweilige Heimat sein durfte. Erstmals seit Beginn der gewalttätigen Auseinandersetzungen hatten wir auch wieder zwei Westbankgruppen bei uns zu Gast. Jeder Besucher trägt ein Stück Hoffnung nach Tabgha, erzählt von der Sehnsucht nach Frieden, von der Bereitschaft zu einem friedlichen Zusammenleben. Mehr als 2000 Menschen haben in diesem Jahr die Begegnungsstätte aufgesucht, damit konnten über 6000 Übernachtungen gezählt werden. Dahinter verbergen sich Menschen und Gesichter, die alle etwas vom Erlebten nach Hause tragen.
Rund die Hälfte der Übernachtungen erfolgte durch jüdische und arabische Sozialinstitutionen, etwa ein Viertel der Übernachtungen durch einheimische Familien. So hätte man in diesem Jahr die Begegnungsstätte auch in Jugend-, Behinderten- und Familienbegegnungsstätte umbenennen können. Der Anteil der deutschen Gäste, d.h. Volontäre, Studenten, Einzelreisende, Familien und einige wenige Gruppen ist leider auf etwa 15% zurückgegangen. Doch auch wenn man es angesichts der schlimmen Fernsehbilder kaum für möglich hält, es gab in diesem Sommer mehrere Jugendbegegnungen. Einmal eine rumänisch-jüdisch-arabische Begegnung, und ein anderes Mal trafen sich junge amerikanische, arabische und jüdische Frauen im Beit Noah. Eine weitere Gruppe von Multiplikatoren, jüdisch-arabisch, wurde auf fortführende, landesweit stattfindende Seminare vorbereitet. So dürfen wir nach drei Jahren Tabgha dankbar auf eine intensive und erlebnisreiche Zeit zurückblicken!
Seit Mitte September lebt Pater Matthias Karl, der schon zwei Jahre in Jerusalem verbracht hatte, in Tabgha und hat in diesen Tagen unsere Nachfolge angetreten. Wir freuen uns, dass die Abtei einen engagierten Mitbruder gefunden hat, der mit unseren drei Zivis die Arbeit nun fortführen wird. Die ersten Herausforderungen wurden schon gut überstanden: Den Abriss des Beit Noah Anfang Oktober und die große Baumfällaktion.
So möchten wir Ihnen herzlich danken für alle Unterstützung der Begegnungsstätte und des großen Bauvorhabens Beit Noah, sei es durch Ihr Gebet, Ihr Mitdenken und Mitfühlen mit den Menschen im Heiligen Land, sei es durch Ihre Spende. Wir werden Anfang Januar nach Deutschland zurückkehren, doch Tabgha auch weiterhin gerne verbunden bleiben.
Karin und Meinrad Bauer
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