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24. Rundbrief - 14. September 2003
Erfahrungsbericht nach 13 Monaten Zivildienst in Tabgha: Eine Reise endet erst, wenn man nach Hause zurück kommt
"Weißt Du, was wir hier gerade machen? Wir leisten hier unseren Zivildienst!" - Ein Wortwechsel, der immer wieder fiel, wenn wir unsere freien Tage nutzten und Ausflüge quer durch Israel, Ägypten und Jordanien unternahmen.
Es war ein tolles Jahr! Ein Jahr mit ziemlich vielen Herausforderungen an einen selbst. Menschen und Dinge, an die man sich gewöhnt und die man lieb gewonnen hatte, gingen. Das oder der befürchtete "Neue" kam, und nach kurzer Zeit war er/sie/es schon wieder mehr als akzeptiert! Das alte Beit Noah, in dem noch zwei von uns gewohnt hatten, wurde abgerissen und das neue befindet sich gerade im Neubau. 33 Eukalyptusbäume wurden gefällt und durch Sonnensegel ersetzt, bis die neu gepflanzten Bäume Schatten werfen.
Doch nicht nur das veränderte das Gesicht von Tabgha beträchtlich. Da verließen uns z.B. im Winter des letzten Jahres unsere ersten Vorgesetzten Karin und Meinrad Bauer. Dank ihnen fiel einem das Ankommen im sommerlichen Tabgha alles andere als schwer. - Das Abschiednehmen aber um so mehr. - Ihr Nachfolger war P. Matthias Karl OSB. Auch die Monate mit ihm sind ein Zeitabschnitt, auf den wir gern zurückblicken und den wir auf keinen Fall missen wollen. All diesen lieben Menschen sagen wir speziell Danke und wünschen Ihnen alles Gute und Gottes Segen.
Doch bedanken müssen wir uns natürlich auch noch bei Anderen: Bei allen Mönchen von Tabgha und vom Zion, bei unseren philippinischen Ordensschwestern, bei allen Zivis des Deutschen Vereins vom Heiligen Land und bei allen Volontären, einfach bei allen Menschen, die wir in dem Jahr kennen gelernt haben, und das waren eine ganze Menge.
13 Monate sind nun vorüber! Eine Zeit von persönlichen Erfahrungen, Erlebnissen und Veränderungen. Veränderung, die nicht nur auf der Begegnungsstätte passierte, sondern auch an uns selbst. Dass es oft mehr Mut benötigt, nach Hause zurück zu kehren, als der Mut, den wir aufgebracht haben, als wir uns von unseren Familien für mehr als ein Jahr verabschiedeten, haben wir gerade in den letzten Wochen festgestellt. Wie wird es wohl zu Hause werden ohne die bekannten Gesichter, mit denen man täglich gearbeitet, gegessen und gelebt hat? Was hat sich daheim alles verändert, und, vor allem, inwiefern haben wir uns verändert? All das sind ständige wegbegleitende Fragen, auf die wir wohl erst zu Hause die Antwort finden werden.
Aber so ist es nun mal: Eine Reise endet immer erst mit dem Nach-Hause-Zurückkommen!
Tabgha, am 15. August 2003
Markus Scholze (der mit dem Wasser),
Michael Hofmann (der mit der Sonnenbrille)
& Christoph Hohmann (der mit den Schwestern),
Zivildienstleistende in Tabgha 2002/2003
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