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28. Rundbrief - Oktober 2005
Chronik unserer Gemeinschaft
März 2005
Zum Ende des 31. Studienjahres haben Studierende und Mönche
auf dem Zion am 18. März einen Abschlussgottesdienst gefeiert. Zwei
Tage später brach Br. Nikodemus nach Deutschland auf. Nachdem er
in Hildesheim bei unseren Brüdern die Kar- und Ostertage verbrachte,
hat er in Münster bei Prof. Dr. Hubertus Lutterbach sein Promotionsstudium
aufgenommen.
Zu den verschiedenen christlichen Osterfeiern, d.h. vom westlichen Osterfest
am 27. März bis zum orthodoxen Termin am 1. Mai, waren so viele Pilger
im Heiligen Land und besonders in Jerusalem unterwegs, wie schon lange
nicht mehr. Unsere Mann- bzw. Frauschaften in den Klosterläden in
Tabgha und Jerusalem hatten endlich wieder alle Hände voll zu tun,
und auch unseren Küstern fiel die Vorbereitung der Kirche für
die großen Gottesdienste Gottesdienste bei laufendem Pilgerstrom
nicht immer leicht. Mit Studierenden, Hausgästen und vielen Osterpilgern
durften wir auf dem Zion und am See Genesareth die liturgischen Feiern
der Heiligen Woche begehen. Als besonderen Gast durften wir in Jerusalem
den aus dem Sauerland stammenden Erzbischof Paul Josef Cordes begrüßen,
der als Präsident den Päpstlichen Rat "Cor Unum" leitet,
eine Vatikan-Behörde, die die Entwicklungsmaßnahmen und die
humanitäre Hilfe des Heiligen Vaters, z.B. im Falle des Tsunamis
in Südostasien, koordiniert.
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Zwei Impressionen der Osternacht auf dem Zion.
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Vom 29. März bis zum 7. April war Abt Benedikt in Deutschland, um
an der Tagung der Salzburger Äbtekonferenz in Freising und der Mitgliederversammlung
unseres Freundeskreises in München teilzunehmen. - Den Wiener Erzbischof
Christoph Kardinal Schönborn OP durften wir zu einer Pilgermesse
am "Österreicher Altar" in der Krypta der Dormitio-Basilika
am 31. März begrüßen.
April 2005
Am Freitag der Osteroktav, 1. April, brachen die Jerusalemer
Brüder zur traditionellen Galiläafahrt auf, um mit der Gemeinschaft
in Tabgha am See das Fest der Auferstehung zu feiern. Zu diesem Tag gehört
es schon fast ebenso traditionsgetreu, dass am Nachmittag die Brüder
und Schwestern des Doppelklosters von Abu Gosh mit Abt-Bischof Jean-Baptiste
Gourion OSB zum gemeinsamen Kaffeetrinken und zur Vesper nach Tabgha kommen.
Auch Bischof Heinrich Mussinghoff (Aachen) verstärkte zum zweiten
Mal mit einer Gruppe von Ordensfrauen seiner Diözese die Reihen dieses
monastischen Osterfestes, nachdem er im vergangenen Jahr schon einmal
mit Bischof Reinhard Lettmann und kontemplativen Schwestern in der Osterwoche
in Tabgha gewesen war.
Mit jungen Priestern und Theologiestudenten war der Münchner Erzbischof
Friedrich Kardinal Wetter, im Heiligen Land unterwegs; am Sonntag der
Osteroktav (3. April) feierten sie in der Krypta auf dem Zion den Sonntagsgottesdienst.
Im Rahmen des Konventamtes am gleichen Tag firmte P. Elias Stephanie Lindner,
die von Schwester Bernadette in den Monaten zuvor auf diesen Schritt vorbereitet
worden war.
Nachdem unsere Hildesheimer Brüder mit den Schwestern von Marienrode
am 10. Februar bereits das Fest der heiligen Scholastika gefeiert hatten,
luden sie in der Woche nach Ostern die Schwestern und ihren Spiritual
P. Burkhard OSB zum "nachgeholten" Benediktsfest ein, das durch
die Karwoche von seinem eigentlichen Termin am 21. März verschoben
werden musste. Und so war die Kaffeerunde am 4. April vom Teilen der Osterfreude
in benediktinischer Geschwisterlichkeit geprägt.
Marianische Gesänge der Choraltradition und Marienlieder späterer
Zeiten standen im Mittelpunkt zweier Konzerte unter dem Titel "Ave
Maria", zu denen Br. Ralph (Orgel & Schola), die Sopranistin
Wiltrud Weber sowie Br. Josef, Stefan Trescher und Florian Giersch (Schola)
am 7. April in der Brotvermehrungskirche und am 9. April in der Abteikirche
eingeladen hatten.
Nach dem Tod Johannes Pauls II. am Abend des 2. April läuteten wir
auf dem Zion und am See Genesareth die Glocken, um mit den Menschen im
Heiligen Land um den Heiligen Vater zu trauern. Nicht nur den einheimischen
Christen, sondern auch Muslimen und v.a. Juden ist Johannes Paul II. durch
seinen Heilig-Land-Besuch im März 2000 noch in lebhafter Erinnerung,
wie uns Beileidsnachrichten jüdischer Freunde und Bekannter gezeigt
haben. Auf dem Zion haben wir in einem Requiem am 8. April des verstorbenen
Papstes gedacht und für sein Wirken gedankt. Die folgenden Tage der
Beisetzungsfeierlichkeiten und des Konklave haben wir nicht nur im Gebet
begleitet, sondern auch immer wieder in den Fernsehübertragungen
verfolgt, so auch die Abendstunden des 19. April, als uns während
des Abendessens schon die Glocken der Patriarchatskirche auf die Entscheidung
aufmerksam machten. In den folgenden Tagen erreichten uns wieder Glückwunsche
aus Stadt und Land, weil nun ein Deutscher Papst sei und der auch noch
den Namen unseres Ordensvaters Benedikt angenommen habe. Zur Amtseinführung
Papst Benedikts reisten Abt Benedikt und P. Basilius nach Rom. Dass sie
beim feierlichen Einführungsgottesdienst am 24. April auf dem Petersplatz
unter anderen einer Hildesheimer Gruppe und auch ehemaligen Studierenden
aus Beit Josef begegneten, war angesichts der viele angereisten Pilger
kaum verwunderlich. Am Vormittag des folgenden Tages konnte Abt Benedikt
im Anschluss an die Audienz für die deutschen Pilger dem Heiligen
Vater persönlich die Glück- und Segenswünsche unserer Gemeinschaft
übermitteln: "Wie schön, der Zion kommt auch zu mir!"
begrüßte ihn Papst Benedikt XVI. Nachmittags nahmen unsere
Jerusalemer Rom-Pilger am Gottesdienst mit dem Papst in der Patriarchalbasilika
St. Paul vor den Mauern teil, wo sich ein inzwischen internationaler Benediktinerkonvent
mit seinem neuen Abt Edmund Power am Grab des Völkerapostels Paulus
der ökumenischen Arbeit widmet.
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Abt Benedikt begegnet Papst Benedikt XVI.
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Etliche unserer Studierenden des letzten Kurses haben nach dem Ende des
Studienjahres die Gelegenheit genutzt, sich als Volontärinnen und
Volontäre noch länger im Heiligen Land aufhalten und umsehen
zu können. In der Abtei selbst haben so Florian Giersch im Bereich
der Hausmeisterei und Simon Neubert in der Bibliothek noch einige Wochen
mit uns gelebt, gebetet und gearbeitet.
Mai 2005
Antonius der Große, Wüstenvater und eine der
Vatergestalten des christlichen Mönchtums, ist der neue Namenspatron
von Albert Schmaltz, der am 1. Mai auf dem Zion sein Noviziat begonnen
hat. Br. Antonius arbeitet einige Stunden im Klosterladen und führt
zusammen mit P. Paulus die Sakristei, wo er sich insbesondere um den Blumenschmuck
der Kirche kümmert.
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Gruppenfoto nach der Noviziatsaufnahme von Br. Antonius
am 1. Mai (v.l.n.r.):
P. Vincent, Br. Franziskus, P. Prior Cornelius, P. Basilius, P.
Bernhard Maria, Abt Benedikt, P. Hieronymus, Josef Koller, Br. Antonius,
P. Elias, Br. Josef und Br. Jürgen.
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Eine gemeinsame Solidaritäts- und Dialogreise führte
Mitglieder der Kommissionen "Justitia et Pax" und "Schule
und Erziehung" (Kommission VII der Deutschen Bischofskonferenz) vom
2. bis zum 8. Mai nach Israel und Palästina, wovon sie vom 2. bis
5. Mai in Beit Josef auf dem Zion zu Gast waren. Die vierzehnköpfige
Gruppe - unter ihnen die Weihbischöfe Norbert Werbs (Hamburg/Schwerin)
und Engelbert Siebler (München) - traf auf beiden Seiten der Trennmauer
Persönlichkeiten und besuchte verschiedene christliche Institutionen,
besonders Schulen.
Br. Thomas, unser Chef im "Haus Jerusalem", feierte an Christi
Himmelfahrt (5. Mai) in Trier seinen 70. Geburtstag: Im Kreise von Verwandten
und Freunden, ehemaligen Pfarrkindern und Mönchen (P. Gregor, Abt
Benedikt und Br. Ralph) durfte er mit Menschen aus verschiedenen Zeiten
seiner vielfachen Wirkungsbereiche Dank sagen für viele Begegnungen
und Erfahrungen. Auch weiterhin: Ad multos annos!
Abt Benedikt reiste von der Mosel in seine Sauerländer Heimat, wo
er in seiner ehemaligen Abtei Königsmünster in Meschede mit
dem Sauerländer Schützenbund zusammentraf: Bundesoberst Klaus
Rappold, sein Stellvertreter Karl Jansen, Bundesschatzmeister Norbert
Speckemeier und Vertreter des Mendener Bürger-Schützen-Vereins
von 1604 überreichten unserem Abt (selbst Mitglied des Schützenvereins
von Welschen-Ennest), einen "schweren" Scheck zur Unterstützung
unserer Arbeit hier im Heiligen Land. Den Sauerländer Schützen
sei stellvertretend für all jene gedankt, die uns auf so vielfältige
Weise unterstützen und tragen!
Auch in diesem Jahr hat unser Freundeskreis unter der Leitung von Resi
Borgmeier, Georg Röwekamp und Ludger Bornemann eine Reise ins Heilige
veranstaltet (13. bis 25. Mai), deren Schwerpunkt zwar die Wüste
war, die aber mit dem Pfingstwochenende in Jerusalem begann, um mit dem
Kirchweihfest in Tabgha einen schönen Abschluss zu finden. - Den
Pfingstgottesdienst (15. Mai) haben wir mit vielen einheimischen Christen
und Pilgern mit unserem Patriarchen Michel Sabbah gefeiert, der in diesem
Rahmen fünf palästinensischen Jugendlichen die Firmung spendete.
In seiner Predigt hob der Patriarch die Spannung hervor, die sich aus
dem Geschenk, an den Orten der Auferstehung und der Geistausgießung
leben zu dürfen, und aus dem anhaltenden Konflikt an eben diesen
Orten ergebe: "Wir sind hier zwei Völker und unsere Bevölkerung
verteilt sich auf drei Religionen. Wir sind aufgerufen Gott hier in unserem
Land eine Wohnung zu bereiten." In diesem Geist rief er die internationale
Gottesdienstgemeinde auf, für alle Bewohner des Heiligen Landes zu
beten, für Juden, Christen und Muslime, dass Gott ihnen helfe, Seine
Wohnung unter den Menschen zu errichten.
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Pfingsten auf dem Zion: Patriarch Michel Sabbah
mit Schwestern von der Gemeinschaft der Seligpreisungen. - Der "Patriarch
von Tabgha", P. Hieronymus. - Eine junge Gottesdienstbesucherin.
- Abt Benedikt im Gespräch.
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Am 17. Mai trafen Abt Benedikt und P. Prior Cornelius in
der Abtei mit dem FDP-Politiker Otto Graf Lambsdorff zu einem Gespräch
über die Situation der Christen und christlichen Institutionen im
Heiligen Land zusammen. Graf Lambsdorff war aus Anlass des 20jährigen
Jubiläums des Engagements der Friedrich-Naumann-Stiftung im Nahen
Osten zu einer mehrtägigen Gesprächs- und Informationsreise
in Israel und Palästina unterwegs.
Nachdem im vergangenen Jahr das Kirchweih-Fest von Tabgha am 23. Mai zugleich
als Tag der feierlichen Einweihung von Beit Noah eine Festlichkeit größeren
Maßstabs war, haben wir in diesem Jahr den Tag als ein "Familien-Fest"
gefeiert: Neben der Gemeinschaft von Tabgha mit ihren Zivis, Volontären,
Mitarbeitern
waren die Gruppe der Freundeskreis-Reise "
er
hat unter uns gezeltet", die Brüder aus Jerusalem mit ihren
Mitarbeitern und eine ganze Reihe von weiteren Freundinnen und Freunden
unserer Gemeinschaft zum Festgottesdienst und dem anschließenden
Grillen im Garten an den See Genesareth gekommen.
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Kirchweih-Fest in Tabgha:
P. Elias, Gertrud Selb und P. Vincent. Br. Josef. P. Bernhard-Maria.
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P. Paulus kehrte am 31. Mai aus Amerika zurück, wo er neben seinem
Englisch-Sprachkurs in Newark Abbey auch Zeit fand, um der "Dormitio-Tochter"
Weston Priory (Vermont) einen Besuch abzustatten und den Brüdern
unsere Grüße aus Jerusalem zu übermitteln. Wir hoffen,
einige der Weston-Mönche im kommenden Jahr zu unserem 100. Geburtstag
auf dem Zion begrüßen zu dürfen!
Juni 2005
Vom 16. bis zum 19. Juni kamen Dr. Peter Geipel, Dr. Markus
Krall und Robert Lenfers nach Jerusalem, um sich mit Abt Benedikt und
P. Prior Cornelius zu einer Sitzung des Kuratoriums der "Stiftung
Hagia Maria Sion" am 18. Juni zu treffen. Erweitert wurde diese Runde
durch das Ehe-paar Jim und Helene Pahanik, das P. Johannes im vergangenen
Jahr während seines Studiums in Amerika kennen gelernt hat und das
sich in den USA für unsere Friedensarbeit und die Finanzierung der
"Friedensakademie Beit Benedikt" engagieren möchte.
Lebhaftes Interesse und auch finanzielle Unterstützung erfuhr unsere
Friedensarbeit durch ein Benefizkonzert in der Godehardsbasilika in Hildesheim
mit Br. Ralph (Orgel), Dr. Bernd Neulinger, Bernd Müller, Johannes
Kringel (alle drei Trompete) und Maren Rose (Blockflöte). Obwohl
zur gleichen Stunde an diesem Freitagabend (17. Juni) auch das Schützenfest
eröffnet wurde, waren viele Besucher unserer Einladung gefolgt.
Unsere äthiopischen Schwestern und Brüder in Jerusalem durften
wir am 19. Juni in unserer Basilika auf dem Zion begrüßen,
wo sie wie in den vergangenen Jahren das äthiopische Pfingstfest
mit einem farbenfrohen und feierlichen Gottesdienst begingen. Am Tag darauf
wurde die bisherige Leiterin der Schmidtschule, Sr. Bosco Lee, verabschiedet.
Inzwischen hat Nikolaus Kircher, der u.a. in der Deutschen Schule der
Borromäerinnen in Kairo schon Orienterfahrungen hat sammeln können,
die Leitung der Schmidtschule übernommen.
Am 23. Juni, am Vigiltag des Festes seines Namenspatrones, verstarb nach
schwerer Krankheit Abt-Bischof Jean-Baptiste Gourion OSB. Der Mitgründer
und erste Abt der Abbaye Sainte-Marie de la Résurrection in Abu
Gosh war als Weihbischof für die hebräischsprachigen Christen
des Lateinischen Patriarchates Jerusalem zuständig. Die Doppelgemeinschaft
von Brüdern und Schwestern von Abu Gosh ist im jüdisch-christlichen
Dialog stark engagiert. Mit viele Juden und Christen aus dem ganzen Heiligen
Land kam auch unsere Gemeinschaft von Tabgha und Jerusalem am 28. Juni
in Abu Gosh zusammen, um Abt Jean-Baptiste zu Grabe zu tragen. Möge
ihn sein bischöflicher Wahlspruch "In Jerusalem findet ihr Trost!"
in das himmlische Jerusalem begleiten.
Juli 2005
Am 6. Juli wurde per Konventsbeschluss ein Oblateninstitut
unserer Abtei gegründet. Damit haben Männer und Frauen, die
mitten in der Welt im Geist der Benediktusregel leben wollen, die Möglichkeit
sich als Oblate bzw. als Oblatin unserer Gemeinschaft anzuschließen.
Als Rektor wird P. Bernhard Maria die Oblaten begleiten.
Da wegen der Karwoche unser eigentliches Benediktsfest (21. März)
verschoben werden musste, haben wir in Jerusalem den 11. Juli, den Gedenktag
unseres Ordensvaters als Patron Europas, in größerem Rahmen
gefeiert: Zu diesem Tag konnten wir eine ganze Reihe von franziskanischen
Brüdern auf dem Zion begrüßen, bei denen wir Benediktiner
insbesondere in der Grabeskirche in den vergangenen Jahren immer wieder
zu Gast waren. So wachsen die persönlichen Verbindungen zwischen
einzelnen Brüdern und auch die offiziellen zwischen den Ordensgemeinschaften
und -häusern von gemeinsam gefeiertem Fest zu Fest.
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Aus dem Leben im "Haus Jerusalem"
Besuch der Brüder bei den Schwestern in Marienrode. Abt Benedikt
in der romanischen Sakristei der Godehards-Basilika. Br. Ralph und
Charlotte Kovac.
Alle Fotos: P. Johannes Oravecz OSB
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Besonders feierlich haben unsere Hildesheimer Brüder
das Benediktsfest gestaltet: Unter der Überschrift "Heiliger
Benedikt - Patron Europas" luden sie am Sonntag, 17. Juli, zu einem
Pontifikalamt mit Abt Benedikt ein und unterstrichen im Text ihrer Einladungsschreiben
kurz nach der Ablehnung des EU-Verfassungs-Vertrages durch die Referenden
in Frankreich und in den Niederlanden, dass eine solche vermeintliche
Krise keineswegs das Ende sein müsse, sondern vielmehr eine Chance
zum Weiterdenken bedeute. - So hatten die Söhne des Heiligen Benedikt
am Hildesheimer Lappenberg, deren Vorväter und -brüder einst
in ganz Europa durch ihre Klöster enorme Kultur- und Wirtschaftsleistungen
vollbrachten, konsequenterweise an der altehrwürdigen Godehardsbasilika
neben den Kirchenfahnen auch die blaue Fahne mit den goldenen Sternen
hissen lassen. - Besonders freut es uns, dass unser gutes Verhältnis
zu den Rittern vom Heiligen Grab bei solchen Feiern immer wieder zum Ausdruck
kommt, wenn die Ritter und Damen in ihrer Ordenstracht an den Festgottesdiensten
teilnehmen. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Christen im Heiligen
Land in vielfältiger und inzwischen unverzichtbarer Weise zur Seite
zu stehen, z.B. durch finanzielle Unterstützung von Schulen, Krankenhäusern
und Altenheimen.
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"Unter den drei Türmen", sagen die
"Godehardianer" mit Stolz auf Abtei- und Gemeindegeschichte.
Foto: P. Johannes Oravecz OSB
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Viele Hildesheimer und "Um-Hildesheimer" waren
der Einladung zum Pontifikalamt, zur Begegnung und zum Mittagessen auf
dem großen Gelände der ehemaligen Abtei St. Godehard, zur Vesper
und dann am späteren Abend zu einem Liederabend gefolgt: Zwar war
es nicht die "Reise nach Jerusalem", wie man sie von Kindergeburtstagen
kennt, dennoch wären beinahe zu wenige Stühle im Bischof-Bernhard-Haus
gewesen für die Freunde hebräischer und jiddischer Lieder, die
zwei Sauerländer Heilig-Land-Bürger darboten: Die Sängerin
Charlotte Kovac, die aus dem Sauerland kommend mit ihrem israelischen
Ehemann und ihrer Familie in der Nähe von Tel Aviv lebt, wurde am
Klavier von unserem Br. Ralph begleitet. Am folgenden Freitag (22. Juli)
haben die beiden in Sundern diesen Liederabend noch einmal wiederholt.
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Impressionen vom Benediktsfest in und um die Godehards-Basilika.
Alle Fotos: P. Johannes Oravecz OSB
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Während Abt Benedikt nach diesem gelungenen Fest in Hildesheim unseren
Patriarchen Michael Sabbah während des traditionellen Libori-Festes
in Paderborn begleitete (22. bis 25. Juli), um danach seinen Urlaub anzutreten,
haben sich die Zimmer in der Abtei in Jerusalem wieder gefüllt: Am
18. Juli kam Br. Nikodemus aus Münster für einige Wochen zurück;
am 20. Juli konnten wir P. Johannes wieder auf dem Zion begrüßen,
der nach seinem Amerika-Studium noch einige Tage in seiner slowakischen
Heimat und bei den Brüdern in Hildesheim verbracht hatte. Nachdem
am 25. Juli auch Br. Ralph nach einem mehrmonatigen Studienaufenthalt
aus Deutschland zurückgekehrt war, lohnte es sich wieder einmal,
den Konventsgrill auf unserer Dachterrasse zu heizen. Alleine das gekühlte
Fass Bier fehlte
Pünktlich vor dem Weltjugendtag beendete unser Zivi Josef Schützeichel
in Jerusalem seinen Dienst, den er seit der Rückkehr von P. Paulus
v.a. im Garten wahrgenommen hatte. Er reiste am 29. Juli ab, sein Nachfolger,
Sebastian Gößling aus Friesoythe, kam am 31. Juli an.
August 2005
Mit dem beginnenden August wandelte sich auch das Gesicht
von Beit Josef wieder: Waren in den Monatenzuvor viele einzelne Gäste,
aber auch Gruppen die Bewohner gewesen, so kündigte sich mit der
Ankunft der neuen Studienassistentin Helga Nießen am 1. August ein
neues Studienjahr an. Mit ihr zusammen traf Juliane Funkel ein, die bis
Anfang Oktober als Volontärin in der Abteibibliothek arbeitet.
Wie schon die Osterfeiertage so war auch unser Patronatsfest Mariä
Himmelfahrt ein Indikator dafür, dass sich zumindest an einer gewissen
Oberfläche im Heiligen Land einiges normalisiert: Zum Pontifikalamt
konnten wir viele einheimische Christen, aber auch ausländische Pilger,
v.a. aus Frankreich begrüßen und haben mit ihnen in der bis
auf den letzten Platz besetzten Basilika das "Ostern der Gottesmutter"
(s. Festpredigt von P. Bernhard
Maria in diesem Rundbrief) gefeiert.
Eine Woche später hat dann das 32. Studienjahr begonnen: 19 Studierende
aus Deutschland, Österreich, aus der Schweiz und der Slowakei werden
sich acht Monate unter der Überschrift "Figuren der Offenbarung.
Gotteserfahrung in den drei abrahamitischen Religionen und ihre theologische
Reflexion" mit dem Heiligen Land in seinen vielen Schichten und Ebenen
auseinandersetzen. Begleitet werden sie dabei von Studiendekan Dr. Joachim
Negel, Studienassistentin Helga Nießen, P. Paulus als Studienpräfekt
und Sylvia Höß im Sekretariat. Die ersten Wochen waren in bewährter
Weise geprägt durch das wechselseitige Kennenlernen, das Kennenlernen
der Mönche und des Klosters, des Zions und der Stadt Jerusalem und
der Vorbereitung der Sinai-Exkursion (ab 22. September). Zum Eröffnungsgottesdienst
am 26. August waren in ökumenischer Verbundenheit auch Propst Martin
Reyer, Pfarrerin Dr. Petra Heldt, Pfarrer Rüdiger Scholz (Auguste-Victoria/Ölberg)
und P. Thomas Meyer von den Weißen Vätern (St. Anna) in die
Dormitio-Basilika gekommen.
Am Vormittag dieses 26. August vertrat Abt Benedikt unsere Gemeinschaft
bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Band an Pfarrerin Dr.
Petra Heldt, die seit über 20 Jahren in Israel lebt und arbeitet
und sich besonders im innerchristlichen und innerreligiösen Gespräch
engagiert. Botschafter Rudolf Dreßler resümiert in seiner Laudatio:
"Das Handeln von Frau Dr. Heldt ist stets darauf gerichtet, die Verständigung
zwischen entfremdeten, wenn nicht sogar verfeindeten Parteien herbeizuführen.
Zwischen Christen, zwischen Christen und Juden, Deutschen und Israelis,
zwischen Juden und Palästinensern. Sie trug erheblich dazu bei, den
historisch belasteten Ruf der Deutschen in der israelischen Öffentlichkeit
zu verbessern."
Zu einem feierlichen Gottesdienst hatte der Rat des Lutherischen Weltbundes
(LWB) am Abend des 30. August in die Erlöserkirche eingeladen, auch
hier vertrat Abt Benedikt unsere Gemeinschaft. Vom folgenden 31. August
bis zum 6. September haben die Mitglieder des LWB-Rates dann in Betlehem
bzw. Jerusalem getagt.
September 2005
Am 7. September trafen die Mitglieder der "Jerusalem-Runde",
d.h. die Vertreter der zum Deutschen Verein vom Heiligen Land gehörenden
Institutionen sowie des Deutschen Pilgerhospizes St. Charles in Jerusalem
(Borromäerinnen,) in der Abtei zusammen. Bei diesen Sitzungen berichten
jeweils die einzelnen Institutionen (Pilgerhaus Tabgha, Kloster Tabgha,
Altenheim Beit Emmaus, Paulushaus/Schmidtschule, Abtei Hagia Maria Sion,
Jerusalembüro des Deutschen Vereines) von den Entwicklungen und den
Problemen in ihren Häusern.
Am Vorabend des Festes Kreuzerhöhung folgten wir gerne wieder einmal
mit der ganzen Jerusalemer Gemeinschaft einer Einladung der Borromäerinnen
zu einem Grillabend im schönen Garten der Schwestern.
Ausblick und Personalia
Seit Mitte Juni lebt P. Fernando Edwards OSB aus der chilenischen
Abtei Las Condes mit uns. Er wird in Jerusalem und später in Tabgha
ein Sabbatjahr verbringen, das er in diesen Tagen mit viel Spaß
zu einem Deutschkurs am Jerusalemer Goethe-Institut nutzt.
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Vor der Kirche auf dem Zion: P. Fernando mitten
in einer israelischen Gruppe. - Im Pilgeransturm der Frühlings-
und Sommermonate in Laden und Cafeteria an vorderster Front: Sr.
Bernadette, Sylvia Höß, Conny Barmetler, Rahel Bucher
und Kerstin Winkler (von oben nach unten).
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Eine ganze Reihe von Volontärinnen hat in den vergangenen Monaten
unserer Gemeinschaft wieder unter die Arme gegriffen, insbesondere in
den Arbeitsbereichen, für die Schwester Bernadette die Verantwortung
trägt, d.h. im Laden, in der Cafeteria und bei den vielen Ecken,
Winkeln und Fensterscheiben, die es sauber zu halten gilt, sowie in Zusammenarbeit
mit P. Elias auch bei der Gästebetreuung und bei der Vorbereitung
der Zimmer im Beit Josef für das Studienjahr. Sehr herzlich bedanken
wir uns bei Rahel Bucher (Schweiz), Kerstin Winkler und Conny Barmetler
(Deutschland - Conny war schon zum zweiten Mal bei uns), Christa Wiesinger,
Katharina Benedikt und Veronika Heiss (Österreich) sowie Antoinette
Pruner (Luxemburg), die mehrere Wochen bzw. Monate mit uns mitgelebt,
-gebetet und -gearbeitet haben! Danke!
Im Rahmen seiner 150-Jahr-Feier bietet der Deutsche Verein vom Heiligen
Land in diesem Jahr besondere Reisen ins Heilige Land an, in deren Verlauf
u.a. am 1. Oktober in der Brotvermehrungskirche und am 8. Oktober in der
Dormitio-Basilika Pilgergottesdienste gefeiert werden.
Vor 40 Jahren, am 28. Oktober 1965, verabschiedeten die Väter des
Zweiten Vatikanums die Erklärung "Nostra Aetate", mit der
die katholische Kirche ihr Verhältnis zu den nichtchristlichen Religionen,
insbesondere zum Judentum neu bestimmte und damit wichtige Grundlagen
für den Dialog der folgenden Jahrzehnte gelegt hat. Pfarrer Wilhelm
Salberg, Stifter des Mount Zion Award, der in unserer Abteikirche alle
zwei Jahre verliehen wird, bestimmte diesen Tag als jeweiliges Datum der
Preisvergabe. Der diesjährige Preisträger wird Rabbi David Rosen
sein, der als Rabbiner in Israel, Südafrika und Irland gearbeitet
hat. Insbesondere engagiert sich der gebürtige Engländer auf
verschiedenen Ebenen im interreligiösen Dialog, ist z.B. seit 1995
Präsident der Weltkonferenz für Religion and Frieden (WCRP),
seit 1998 Präsident des Internationalen Rates der Christen und Juden,
der 33 Mitgliedsorganisationen in 31 Ländern hat und seit 2001 Internationaler
Direktor für Interreligöse Angelegenheiten beim American Jewish
Committee (AJC).
Rabbi Rosen wird am 28. Oktober neben dem ehemaligen Pariser Erzbischof
Jean-Marie Kardinal Lustiger an einer Jubiläumsveranstaltung zum
40. Jahrestag von "Nostra Aetate" in Rom teilnehmen, zu der
Walter Kardinal Kasper, der Präsident des päpstlichen Einheitsrates
sowie der Kommission für die religiösen Beziehungen mit den
Juden, einlädt. Die Verleihung des Mount Zion Award wird daher erst
am Donnerstag, 3. November 2005, stattfinden.
Freuen würden wir uns, wenn die längst überfällige
Reparatur einiger Dachteile noch vor der Regenzeit durchgeführt werden
würde, da sich in den Zellen von Vater Abt und Br. Jürgen von
der durchnässten Decke her der Schimmel an den Wänden auszubreiten
beginnt.
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