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28. Rundbrief - Oktober 2005
Vor 100 Jahren
Die feierliche Einführung der deutschen Benediktiner
in das neue Maria-Heimgang-Kloster auf dem Berg Sion
"Auf, lasst uns hinaufziehen nach Sion." (Jer
31,6), so lautete am Benediktus-Tage d.J. die Parole der deutschen Pilgerschar
in Jerusalem. Es galt, die deutschen Söhne des hl. Benediktus am
Festtage ihres glorreichen Ordensstifters in das neue klösterliche
Heim einzuführen, welches dort an denkwürdiger, geheiligter
Stätte ihnen der deutsche Verein vom Hl. Lande bereitet hat. Darum
versammelten sich in der Frühe die Pilgergruppen der einzelnen Hospitien
vor dem Jaffatore, um in festlicher Stimmung hinaufzuwallen nach dem Berge
Sion: "Sie werden kommen und lobsingen auf dem Berge Sion" (Jer
31,12). Gleich nach den ersten Schritten schon grüßten von
den hohen Baugerüsten des stattlichen Turmes der Marienkirche die
Pilger die deutschen Fahnen, die ihnen und der "Heiligen Stadt"
und weit ins Land hinein ankündigten dass dort ein deutsches Fest
gefeiert werden sollte. [...]
Bei der Feier [in der Krypta der Dormitio] ministrierten die für
das neue Kloster bestimmten Benediktinerpatres Cornelius Kniel, Mauritius
Gisler und Rhabanus Janson. Der hochw. Herr Abt [Fidelis von Stotzingen,
Abt von Maria Laach] trug das Messgewand, welches der Danziger Paramentenverein
der Marienkirche verehrt und bediente sich bei der Feier des Messkelches,
welchen die Witwe des unvergesslichen ersten Vizepräsidenten des
deutschen Vereins vom Hl. Lande, des verstorbenen Herrn Landrats Jansen
für das Lieblingswerk ihres seligen Gatten gestiftet hatte. Die Alumnen
des Patriarchal-Priesterseminars trugen eine vierstimmige Messe vor. Nach
der hl. Kommunion des Abtes kommunizierten die deutschen Pilger. Der hochwürdigste
Herr Weihbischof [Luigi Piccardo, Jerusalem] spendete den bischöflichen
Segen und nach Beendigung der Feier brauste ein begeistertes "Großer
Gott, wir loben dich" durch die geheiligten Hallen. [...]
Im Speisesaal des Klosters war ein Frühstück bereitet, an welchem
alle Gäste und Pilger sowie der Vertreter des Paschas von Jerusalem,
Effendi Bechara Khabib, teilnahmen. Nach Beendigung desselben ergriff
Geh. Oberregierungsrat Dr. Klein das Wort und begrüßte zunächst
alle Anwesenden im Namen des deutschen Vereins vom Heiligen Lande [...].
Es war ein denkwürdiger Tag, welcher dieses längst ersehnte
bedeutungsvolle Ereignis brachte. Es wird in den Annalen des deutschen
Vereins vom Hl. Lande, wie kaum ein zweites, stets eine hervorragende
Stellung einnehmen. [...]
Aus: "Das heilige Land. Organ des Deutschen Vereins vom Heiligen
Lande", 50. Jahrgang, 1906, 127-133.
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