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28. Rundbrief - Oktober 2005

Kurz notiert

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Wichtige Personalveränderungen im Lateinischen Patriarchat

Am 8. September hat Papst Benedikt XVI. Fou-ad Boutros Twal, bislang Erzbischof von Tunis, zum Patriarch-Koadjutor unseres Patriarchen Michel Sabbah ernannt. In dieser Funktion wird er in den kommenden Jahren Patriarch Sabbah in der Leitung der Diözese unterstützen und wohl auch dessen Nachfolge antreten. Erzbischof Twal wurde 1940 in Madaba (Jordanien) geboren, empfing 1966 die Priesterweihe und war danach einige Jahre im pastoralen Dienst des Patriarchates tätig, bevor er nach einem Kirchenrechtsstudium in Rom in den diplomatischen Dienst des Vatikan eintrat. Diesen hat er in Honduras, Peru, Deutschland und im Staatssekretariat in Rom wahrgenommen. Seit 1992 stand er als Erzbischof der kleinen Diözese Tunis (ca. 20.000 Katholiken) vor.
Sein Nachfolger in Tunis wird der bisherige Rektor des Priesterseminars Maroun Elias Nimeh Lahham, den wir an Pfingsten noch mit einer Reihe seiner Studenten zu unserem Festgottesdienst mit Patriarch Sabbah in der Dormitio-Basilika begrüßen durften. Der 1948 in Irbed (Jordanien) geborene Lahham, der das Priesterseminar in Beit Jala bei Betlehem seit 1994 leitete, hat am 2. Oktober die Bischofsweihe empfangen.

Neuer griechisch-orthodoxer Patriarch von Jerusalem

Am 22. August wurde Theophilus III. zum neuen griechisch-orthodoxen Patriarchen von Jerusalem gewählt. Der 54jährige tritt damit die Nachfolge des umstrittenen Irenaios I. an, der seit 2001 an der Spitze des Patriarchates stand und an dessen Person und Amtsführung sich zunehmend Kritik entwickelte, die zuletzt zu sehr schweren inneren Konflikten in der griechisch-orthodoxen Kirche geführt hatten. Der Synod, d.h. die Versammlung der Erzbischöfe und Bischöfe, des Jerusalemer Patriarchates und eine Versammlung orthodoxer Kirchenführer in Konstantinopel hatten Irenaios I. abgesetzt und so den Weg für eine Neuwahl frei gemacht.
Theophilus III. wird nicht nur im Innern seiner Kirche Ordnung zu schaffen haben, mit ihm verbinden sich auch große Hoffnungen für das ökumenische Miteinander in Jerusalem, das unter seinem Vorgänger mitunter sehr gelitten hat. Zur griechisch-orthodoxen Kirche des Heiligen Landes gehören etwa ein halbe Million zumeist arabische Christen in Israel, Palästina, Jordanien und auf dem Sinai.

Buch-Tipps zum Rundbrief

Zwei Bücher, die in den vergangenen Monaten erschienen sind, beschäftigen sich mit Aspekten unserer Abteigeschichte: In "Zwischen christlicher Zionssehnsucht und kaiserlicher Politik. Die Entstehung von Kirche und Kloster Dormitio Beatae Mariae Virginis in Jerusalem." beschreibt Oliver Kohler auf Basis eines intensiven Quellenstudiums die Jahre vor der Klostergründung, etwa die Orientreise Kaiser Wilhelms II. 1898, die Bauzeit sowie die ersten Jahre der jungen Klostergemeinschaft. Erschienen ist das Buch in diesem Jahr im EOS-Verlag. - Den interessanten Lebensweg des zweiten Abtes der Dormitio, zwischen Deutschland, Amerika und Israel, mit Juden und Christen, zeichnet John Hammond OSB, langjähriger Prior von Weston Priory, in "A Benedictine Legacy of Peace. The Life of Abbot Leo A. Rudloff." nach. Am sichersten wohl über Weston Priory selbst zu beziehen (www.WestonPriory.org).

Aus der wissenschaftlichen Reihe der Ecumenical Fraternity IMMANUEL, sei Band 24/25 (1990) besonders empfohlen, der als Festschrift für David Flusser erschienen ist und eine vollständige Bibliographie Flussers enthält: "The New Testament and Christian-Jewish Dialogue. Studies in Honor of David Flusser." Der Band kann von der Ecumenical Fraternity bezogen werden (www.ETRFI.org).

Das neue Buch von Mitri Raheb "Betlehem hinter Mauern. Geschichten der Hoffnung aus einer belagerten Stadt." ist in diesem Jahr im Gütersloher Verlagshaus erschienen.